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Machbarkeitsstudie

Machbarkeitsstudie Prozeßoptimierung und Fabrikplanung

Das Projekt hatte die Prozessoptimierung im Rahmen einer Neubauplanung zum Inhalt und umfaßte ca. 80 Manntage.

Auftraggeber war ein mittelständischer Musikinstrumentenhersteller aus dem Vogtland/Sachsen, ca. 100 Mitarbeiter, davon rund 90 in Produktion und Lager.

Die Firma war zu DDR-Zeiten ein Kombinat mit mehreren tausend Mitarbeitern und hatte ihre Hauptabsatzmärkte in Osteuropa, besonders in der damaligen UdSSR. Nach der Wende brachen diese Märkte infolge der Währungsunion weg. Während der Absatz einbrach, lief die Produktion noch kurze Zeit unverändert weiter. Ein Lagerbestand von mehreren tausend Instrumenten war die Folge. Dann zog man die Notbremse, stoppte die Produktion weitgehend, verkleinerte die Belegschaft und privatisierte das Unternehmen. Es ging an den westdeutschen Marktführer, der die Fertigware verkaufte, die Belegschaft weiter reduzierte und am Ende einen quasi nicht mehr lebensfähigen Betrieb abstieß - ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man sich unliebsame Konkurrenz vom Halse schafft und dabei noch Geld verdient.

Der Käufer aber -ebenfalls westdeutscher Unternehmer- investierte größere Summen in die Firma, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können - was auch gelang. Allerdings war das Unternehmen chronisch defizitär. Dies war Anlaß für Überlegungen, aus dem überdimensionierten Altbau in einen maßgeschneiderten Neubau umzuziehen, bei dieser Gelegenheit den Maschinenpark zu verschlanken und die Produktion zu optimieren. Es war meine Aufgabe, für dieses Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber eine Machbarkeitsstudie zu Prozeßoptimierung und Neubauplänen zu erstellen.

Der erste Schritt war eine Analyse des Produktionsprozesses, was sich angesichts von über 300 Produktvarianten (die sich im Herstellungsprozess teilweise erheblich unterschieden) und eines Maschinenparks von knapp 300 Geräten als nicht trivial entpuppte. Reduziert auf die gängigsten Instumentenausführungen ließ sich der Prozeß deutlich verschlanken, was aber eine Reduzierung des Produktportfolios um mindestens 50% zur Folge gehabt hätte.

Mein Vorschlag, diese 50% der Produktpalette (die aber nur ca. 5% des Umsatzes ausmachten) zuzukaufen, wurde aber von der Geschäftsführung auch wegen mangelnder Kontrollmöglichkeiten abgelehnt, da die infrage kommenden Zulieferer waren allesamt nicht zertifiziert waren und vor dem Hintergrund der nachgefragten Mengen auch kein Interesse an einer solchen Maßnahme hatten.

Ein Verzicht auf diesen (prestigträchtigen) Teil des Portfolios war für die Geschäftsführung undenkbar, weshalb bei der Prozeß- und Raumplanung für den Neubau alle Produktvarianten berücksichtigt werden mußten.

Die nächste kriitische Frage war, ob der Neubau besser größer zu bauen sei und man die alten (vollständig abgeschriebenen) Maschinen mitnimmt oder ob man den Neubau kleiner ausführt und dafür in neue Maschinen investiert, die vielseitiger nutzbar wären.

Meine Empfehlung war am Ende des Projektes die erstgenannte, da:

  • ohnehin für die Folgejahre ein Wachstum geplant war, für das Reserverflächen benötigt wurden

  • die Investitonen in moderne Geräte höher gewesen wären als in die Zusatzflächen

  • die Anschaffung der Maschinen problemlos auch zu den gleichen Kosten in den Folgejahren erfolgen konnte, eine Gebäudeerweistung aber höhere Kosten nach sich gezogen hätte

  • kein qualifiziertes Personal für die Programmierung der fraglichen modernen CNC-Geräte vorhanden war

  • die neuen Maschinen an unterschiedlichen Punkten des Herstellungsprozesses hätten genutzt werden sollen, so daß es zu Störungen an verschiedenen Stellen im Produktfluß kommen würde, falls sich die Bearbeitung einer Charge aus welchem Grund auch immer verzögern würde (im alten Prozeß gab es zahlreiche teilweise technisch, überwiegend aber nur organisatorisch bedingte Pufferlager, so daß die verschiedenen Prozesse bis zu einem gewissen Grad entkoppelt waren)

Die abschließende Machbarkeitsstudie enthielt neben den erwähnten Daten auch das von mir erstellte Maschineninventar (existierte vorher nicht), die Darstellungen der wichtigsten Herstellungsprozesse, der am stärksten abweichenden Prozesse, möglicher Anordnungen in einem künftigen neuen Gebäude incl. Darstellung der Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen sowie abschließend selbstverständlich eine Handlungsempfehlung.

Als Add-on enthielt die Dokumentation eine Diskette mit einem Kalkulationstool für die verschiedenen Möglichkeiten und Kombinationen infragekommender Varianten.

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